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Kaufpreis

Interessenlage

Die Interessen von Käufer und Verkäufer sind unterschiedlich. Aus dieser Tatsache ergeben sich deutlich voneinander abweichenden Zielsetzungen der potentiellen Vertragspartner.

Ziel des Verkäufers

Dieser möchte einen möglichst hohen Kaufpreis zu erzielen. In der Regel ver­kör­pert das Unternehmen insbesondere für den mittelständischen Unternehmer das Lebenswerk, das er mit hohem persönlichen Einsatz und Verzicht aufgebaut hat. Und das muss der Kaufpreis widerspiegeln. Oft stehen aber auch das Fortbestehen des Unternehmens und die Sicherung von Arbeitsplätzen aus sozialer Ver­ant­wor­tung im Vordergrund.

Ziel des Käufers

Es ist in erster Linie, eine gut funktionierende Unternehmung mit intakter Struktur und wenig Risiken zu erwerben, und das zu einem niedrigen Preis. Er ist nicht bereit, ideelle Werte mit zu bezahlen, und das wohl zu Recht. Außerdem wird er tendenziell Schwachstellen im Unternehmen suchen und meist auch finden, um diese zur Preisminderung zu nutzen.

Preisvorstellungen

Die Preisvorstellungen von Käufer und Verkäufer liegen in der Regel also aus­ein­ander. Das liegt auch daran, dass bei einem Unternehmenskauf eben nicht nur das Unternehmen als physische Einheit (vorwiegend Sicht des Verkäufers) sondern vor allem ein zukünftiger Zahlungsstrom (Sicht vor allem des Käufers) erworben wird.

Korrekturgrößen

Im Verlaufe ernsthafter Verkaufsverhandlungen müssen so oftmals Korrektur­grö­ßen gefunden werden, die diese Kluft überbrücken. Auf den Verkäufer kommen dann 'kaufpreissichernde' Zugeständnisse und Vereinbarungen zu.

Was ist der richtige Kaufpreis

Die Frage 'Was ist mein Unternehmen wert?' kann nie eine eindeutige Antwort in Euro und Cent erfahren.
  • Den objektiv richtigen Kaufpreis für ein Unternehmen gibt es nicht.
  • Der Kauf kommt nur dann zustande, wenn nach Einschätzung des Käufers der Wert des Unternehmens den Kaufpreis übersteigt.
Letztendlich äußert sich der Unternehmenswert also in dem Preis, den der 'beste Käufer' gewillt ist zu zahlen. Und DEN muss man erst einmal finden!

Unternehmensbewertung

Deshalb gilt: Eine 'ordentliche' Bewertung stellt grundsätzlich nicht mehr oder weniger als eine Orientierung dar, die grobe Fehleinschätzungen über den Unter­neh­mens­wert verhindern soll. Verkaufswillige sollten 'vorbereitend und vorbeugend eine Unternehmensbewertung anfertigen lassen.

weiterführende Information
Bewertung »


Bitte berücksichtigen Sie also Folgendes

  • Sie sollten sich frühzeitig um eine Beurteilung des Vorhabens und dessen Bewertung bemühen.
  • Es kann erforderlich sein, wertsteigernde Aktivitäten vor den Verkaufs­pro­zess zu schalten. Verkäufe aus ungünstigen Ertrags- oder gar Zwangslagen heraus reduzieren den Kaufpreis u.U. massiv.
  • Grundsätzlich müssen sich Kaufpreis und der daraus resultierende Kapital­dienst aus den künftigen Unternehmenserträgen erwirtschaften lassen, üblicher Weise in einem Zeitrahmen bis max. 10 Jahren.

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Aktualisiert: Sep 2010
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