Erläuterungen
Unternehmenswert
Der Unternehmenswert gibt an, wie hoch das operative Geschäft des Unternehmens bewertet wird.
Eigenkapitalwert
Dem Eigentümer steht jedoch nur der Unternehmenswert zu, der nicht von Dritten finanziert wurde.
Vom Unternehmenswert wird daher die Nettofinanzverschuldung abgezogen, um den Eigenkapitalwert zu erhalten. Die Schulden sind ja vom Käufer des Unternehmens zu übernehmen.
Der Eigenkapitalwert gibt somit an, wie hoch der Verkaufserlös für die Gesellschaftsanteile des gesamten Unternehmens wäre.
Positionierung innerhalb der Multiple-Korridore
Um die Positionierung eines Unternehmens innerhalb der Multiple-Korridore zu erleichtern, sind entsprechend dem Magazin "Finance Magazin" nachfolgend 13 "bewertungsrelevante Fragen" aufgeführt.
Bei überwiegend positiven Antworten im Sinne von "eher ja" ist der Unternehmenswert im oberen, bei überwiegend negativen Antworten im unteren Bereich der Korridore anzusiedeln.
Bewertungsrelevante Fragen an Unternehmer
Kunden:
Haben Sie viele verschiedene, voneinander unabhängige Kunden von vergleichbarer Größenordnung?
Lieferanten:
Haben Sie eine breite Basis an Zulieferern, die Sie ggf. leicht austauschen könnten?
Wettbewerb:
War es Ihnen in den letzten Jahren möglich, höhere Preise durchzusetzen?
Verfügen Sie gegenüber Wettbewerbern in einzelnen oder vielen Bereichen über einen Vorsprung und Alleinstellungsmerkmale?
Wachsen Sie schneller als die Wettbewerber?
Neue Produkte:
Gibt es neue Produktentwicklungen, die Ihre jetzigen Produkte bald ersetzen?
Sind Sie mit diesen neuen Produkten gut aufgestellt?
Patentschutz:
Sind Ihre eingesetzten Technologien und Gebrauchsmuster etc.patentrechtlich geschützt?
Lassen sich Ihre Dienstleistungen nur schwerlich kopieren (beispielsweise, weil sie stark auf Ihrem Netzwerk und auf persönlichem Vertrauen basieren)?
Life Cycle Management:
Ist es Ihnen gelungen, Produkte nach Patentablauf weiter erfolgreich zu vermarkten?
Forschung und Entwicklung:
Sind Ihre Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung ausreichend, um mit der Marktentwicklung Schritt zu halten?
Marktposition:
Gehört Ihr Unternehmen zu den Markt-bzw.Markenführern in einem Bereich bzw.mit einer Produktsparte, die mindestens 50%des Umsatzes ausmacht?
Anteilseigner:
Verfügen Sie über eine satzungsändernde Stimmenmehrheit in Ihrem Unternehmen, und sind Sie bereit, diese abzugeben?
Nicht betriebsnotwendiges Vermögen:
Besitzt Ihr Unternehmen Vermögenswerte, die ohne Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebes und ohne großen Aufwand verkauft werden können?
Haben Sie nennenswerte Liquiditätsreserven, die das Geschäft nicht benötigt?
Haben Sie einen Verlustvortrag, der für einen Erwerber steuerlich nutzbar ist?
Kapitalbedarf/Wertschöpfungstiefe:
- Für Industriebetriebe:
Ist Ihre Produktion relativ wenig kapitalintensiv?
Sind Ihre Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik?
- Für Dienstleister:
Ist der Wertschöpfungsanteil, den Ihr Unternehmen gegenüber dem Kunden erbringt, eher hoch (viel Eigenleistung)?
Human Resources:
Ist Ihr Unternehmen attraktiv genug, um immer wieder fähige Mitarbeiter anzuwerben und zu halten? Haben Sie eine gute zweite Management-Ebene, die im Falle eines Falles das Unternehmen auch ohne Sie führt?
Ist Ihr jetziger Mitarbeiterstamm qualifiziert und motiviert, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern?
Besondere Risiken:
Gibt es in Ihren Augen keine besonderen Risiken in Ihrem Unternehmen –seien sie aktuell oder regelmäßig absehbar?
(Bitte mit "eher nein" antworten, falls Sie beispielsweise anhängige Schadensersatzklagen, Risiken aus der Abwicklung von Großaufträgen, nicht ausreichend abgesicherte Elementarrisiken, Bodenverseuchung, drohende Auflagen durch erwartete Gesetzesänderungen etc.erkennen können).
Hinweise
EBIT ist die englische Abkürzung für Earnings Before Interest and Tax, übersetzt also der Gewinn vor Zinsen und Steuern.
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